Restaurant „Rebstöckle 1794“ in Sulz a. N.

Ein Restaurant mit gehobener Küche in einer Kleinstadt mit etablierter gut-bürgerlicher Restaurantsszene neu zu betreiben ist ein rechtes Wagnis – trotzdem sind Jens Langhorst und Daniela Bommerer zuversichtlich, dass sich ihr „Rebstöckle 1794“ in Sulz am Neckar etablieren wird und in Zukunft einen festen Platz in der Gastronomie der Neckarstadt einnehmen wird.
Vorher war das Lokal lange Jahre eine Weinstube, nachdem der damalige Besitzer diese dann aufgab stand das Rebstöckle 10 Jahre lang leer. Vor zwei Jahren kaufte es ein Sulzer Bürger, betrieb es ein Jahr lang neben seinem eigentlichen Beruf und seit November letzten Jahres bewirten und bekochen nun die neuen Pächter ihre Gäste. Sven Langhorst kochte schon in Sterneküchen und Daniela Bommerer ist gelernte Konditorin und möchte ihre Fertigkeiten in diesem Beruf auch in die neue Wirkungsstätte einbringen.
Das Innere des Restaurants kann seine langjährige Bestimmtheit als Weinstube nicht verbergen, aber auf der Basis dieser Vergangenheit wurden sowohl der vordere Gastraum als auch der etwas höher gelegene Speiseraum sehr geschmackvoll und atmosphärisch stilsicher eingerichtet. Auch der Verzicht auf weiße Tischdecken ist als Anteil der gesamten Einrichtung stilistisch durchaus vertretbar.

Visitenkarte Reb

Die Begrüßung am Tisch ist freundlich und zuvorkommend. Die Speisekarte ist umfangreich, die einzelnen Speisen sind gegliedert in Salate, Hauptgang, Spezial, Vesper und ein Dessert, d. h. ein Menue lässt sich nur sehr schwer zusammenstellen, die einzelnen Bestandteile sind dann jeweils zu umfangreich.

Wir bestellen jeweils so, dass ein Rotwein passend erscheint, die Wahl fällt auf einen Spätburgunder „Epos“ von 2013 der Weingärtner Stromberg – Zabergäu. Die Weinkarte selbst ist sehr puristisch, alle angebotenen Weine, sowohl die offenen Weine als auch die Flaschenweine sind von den Weingärtnern Stromberg – Zabergäu, was die Bandbreite in der Weinstilistik doch erheblich einschränkt. Der bestellte Essensbegleiter ist von für einen Spätburgunder recht dunkler Farbe, mit einer intensiven Nase nach Schwarzkirsche und Pflaume, am Gaumen voll, elegant und mit leichter Würze, ein ansprechender Wein zu einem fairen Preis. Die Flasche wird nicht am Tisch geöffnet, auch ein Probeschluck ist nicht vorgesehen.

 

MedaillonDas erste Gericht: Zarte Medaillons vom Schweinefilet mit frischen Waldpilzen und Pommes Dauphine. (€ 15,80)

Die einzelnen Zutaten des zugehörigen Beilagensalates sind frisch, leider schwimmt der untere Teil davon doch zu sehr in der reichlichen Salatsauce, was das Gesamtbild etwas trübt. Das Fleisch ist von sehr guter Qualität, die Waldpilze frisch, die Pommes Dauphine selbst hergestellt und goldbraun frittiert. Die dazu bereitete Soße ist schwer von reichlich Rahm und wird geschmacklich von Salz dominiert.

 

RumpsteakDas zweite Gericht: Rumpsteak vom „Brasil Hilton“ mit Datteln und St. Albrey überbacken dazu Pommes Dauphine. (€ 17,80)

Das reichliche Stück Fleisch war ohne Fettrand und Sehnen, sehr gute Qualität. „Englisch“ war bestellt, es lag wohl einen Tick länger in der Pfanne. Die Bratensoße passte wunderbar, die Datteln und der St. Albray harmonierten perfekt mit dem Geschmack des Fleisches.

Fazit: Die leichten Schwächen werden sich mit der Zeit sicherlich ohne weiteres beheben, unterm Strich ist das „Rebstöckle“ in Sulz ohne jeden Zweifel eine Bereicherung für das kulinarische Angebot in der Gegend, es kann dort über dem Durchschnitt und auf jeden Fall preiswert gegessen werden.

Ambiente: 2,5 von 5 Wellen
Service: 2,5 von 5 Wellen
Qualität: 3 von 5 Wellen

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