Bordeaux mit Stil

Deckblatt cotesSchon seit einigen Jahren mussten Winzer aus Europa feststellen, dass sich ihre Weine nicht mehr von alleine verkaufen, die Qualität konkurrierender Tropfen aus der ganzen übrigen weinproduzierenden Welt machte sich für sie mehr und mehr bemerkbar. Auch im Bordeaux müssen deshalb neue Wege beschritten werden, was einige Anbaugebiete dazu brachte, sich zusammen zu schließen und ihre Weine unter einem neuen Namen zu vermarkten.
Vier Anbaugebiete der mittleren bis gehobenen Qualitätsstufe beschritten diesen Weg und vereinten sich unter dem Namen „Côtes de Bordeaux“ (Blaye, Cadillac, Castillon, Francs) und dieser Zusammenschluss ist nicht ganz zufällig, denn alle vier Anbaugebiete haben eine für die Qualität der Weine bedeutende Gemeinsamkeit: Sie erstrecken sich an nordöstlich ausgerichteten Abhängen der Dordogne und der Garonne/Gironde.

Drei der Gebiete liegen am „Rive Droite“, was bedeutet, dass die Weine vom Merlot dominiert werden, nur Cadillac liegt im „Entre deux Mers“, demzufolge ist der Merlotanteil nicht ganz so hoch, aber immer noch 50% und mehr.
Vor kurzem fand in Stuttgart eine von nur drei Präsentationen (noch Berlin und Hamburg) statt, bei denen 20 Weine der neuen Vereinigung fachkundig vorgestellt wurden. Wir hatten die Gelegenheit, an dieser Verkostung teilzunehmen.
Bordeaux „genießt“ den Ruf, teuer zu sein. Dabei wird aber nicht berücksichtigt, dass dies nur für den kleinen Teil der klassifizierten Weine gilt, wo die Preise in den letzten Jahren schwindelerregend in die Höhe geschossen waren. Der weit überwiegende Teil der im Bordelais erzeugten Weine Cotes Bordeaux karteist bezahlbar und bietet ein ausgezeichnetes Preis-Leistungs-Verhältnis, sind also im besten Wortsinn „günstig“ und immer ihren Preis wert.
Dies gilt auch in hohem Maße für die von uns verkosteten Weine mit einer Preisspanne von 6 – 15 Euro. Sie verkörpern in hohem Maße all das was Bordeaux auszeichnet: Aromen nach dunklen Früchten: schwarze Johannisbeere, Kirsche, Pflaume. Am Gaumen präsentieren sie sich weich und rund mit durchweg gut eingebundenen Tanninen. Alle waren schon trinkreif, obwohl durch die Bank noch recht jung.
Günther meint, dass sie durch ihre Röstaromen ideale Begleiter von rotem Fleisch und Kurzgebratenem sind.

Phillip sieht in dem weißen Chateau Tifayne aus Francs wegen seiner Würze und der leichten Süße einen idealen Begleiter zu asiatischen Gerichten.
Sein Favorit war der Chateau L‘ Escadre aus Blaye. Ein Wein mit viel schwarzbeeriger Frucht, Kirsche, Vanille und pfeffriger Note und einem lang anhaltenden Abgang.
Georgs Favorit ist ein Vertreter aus Cadillac Côtes de Bordeaux, der Domaine de Terrefort, auch hier ein Wein, der von Merlot geprägt ist. Weich, rund mit ausgeprägter Kirschnote und würzig-vanilligem Geschmack.